• Auch du kannst die Grenzen des Alltags hinter dir lassen

    Von Jiří Doubrava

In seiner Funktion als Geschäftsführer von Direct Alpine war Jiří öfter bei uns im Laden und du kennst ihn eventuell von den gemeinsamen Veranstaltungen. Aktuell widmet er sich einer Auszeit und hat eine tolle Geschichte im Gepäck mitgebracht:

Auch du kannst die Grenzen des Alltags hinter dir lassen

Vielleicht motiviert dich dieser Artikel dazu, dir bewusst zu machen, wie schnell das Leben vergeht. Es wäre doch schade, es nur zwischen Arbeit, Sofa und Fernseher verstreichen zu lassen. Es lohnt sich, ab und zu ein echtes Abenteuer zu wagen – etwas, das dir neue Energie gibt und an das du dich noch in Jahrzehnten erinnerst.

Ich heiße Jiří, bin Anfang fünfzig und habe einen ganz normalen Job, eine Familie und die üblichen Sorgen, wie wir alle. Aber schon seit meiner Kindheit faszinieren mich Orte, an die nur wenige Menschen kommen. Berge. Am liebsten dort, wo man nicht Teil einer Menschenmenge ist, wo keine Fixseile warten und wo der Komfort großer Expeditionen fehlt. Dort, wo der Aufstieg vor allem davon abhängt, was du selbst kannst, aushältst und schaffst.

Von den Felsen in die weite Welt
Ich komme aus einer kleinen Stadt im Norden Tschechiens. Der Vorteil: Hügel, Wälder und Felsen liegen direkt vor der Haustür. Genau dort fing alles an. Mit sechzehn packte mich das Klettern und ließ mich nicht mehr los. Doch irgendwann reichten mir die heimischen Felsen nicht mehr. Erst kamen die Hohe Tatra, dann die Alpen und die Dolomiten. Später Wintertouren und Mixed-Klettern. Ich wollte höher hinaus. Weiter weg.

Die erste große Expedition kam 2008: Denali, der höchste Berg Nordamerikas. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl, als uns das kleine Flugzeug mitten in der Wildnis auf dem Gletscher absetzte. Du weißt: Die nächsten zwei Wochen bist du völlig auf dich allein gestellt. Um dich herum nur Eis, Stille und unendliche Weite. Der Denali lehrt dich schnell, wie klein du eigentlich bist. Sauerstoffmangel, eisige Kälte und das endlose Ziehen des Schlittens. Als wir beim zweiten Versuch schließlich zu dritt am Gipfel standen, wussten wir: Das vergisst du nie.

Der Weg ist das Ziel
Nach dem Denali folgten viele Berge – Peru, Argentinien, Kirgisistan. Mit der Zeit merkst du: Nicht nur der Gipfel zählt. Viel wichtiger ist der Weg dorthin. Die Menschen, die Kultur, die Müdigkeit und sogar die kleinen Probleme, über die man sich unterwegs ärgert und über die man später am lautesten lacht.

Diesen Frühling erfüllten mein Freund Honza und ich uns endlich einen Traum: Nepal. Das Mekka des Bergsteigens.

Chaos, Gebete und der gefährlichste Flughafen der Welt
Unser Abenteuer begann schon vor dem Abflug: Gestrichene Flüge, endlose Telefonate und die Ungewissheit, ob wir überhaupt loskommen. Einen Tag vor der Abreise schrieben wir uns nur: „GO.“

Kathmandu verschluckt dich sofort. Ein Chaos aus Staub, Hupen, Gerüchen und einem Wirrwarr aus Stromkabeln. Es wirkt, als müsste alles jeden Moment zusammenbrechen – und trotzdem funktioniert es irgendwie. Thamel, das Touristenviertel, ist ein Rausch aus Outdoorläden und Garküchen.

Dann der Flug nach Lukla – angeblich der gefährlichste Flughafen der Welt. Die Landung ist genau so, wie man sie sich vorstellt: kurz, steil und herrlich absurd. Eine Landebahn, die bergauf direkt an einer Mauer endet. Für die Piloten Routine, für uns ein Erlebnis fürs Leben.

Im Herzen des Himalaya
Damit begann das eigentliche Abenteuer. Hängebrücken, Gebetsfahnen, Eselkarawanen und Träger, die Lasten schleppen, die schwerer sind als sie selbst. Der Himalaya ist keine Instagram-Stille – er ist eine lebendige, laute Welt.

In Namche Bazaar auf 3.500 Metern kleben die Häuser förmlich am Hang. Wir stiegen zum Everest View Hotel auf und plötzlich lagen sie vor uns: Everest, Lhotse und Ama Dablam. Während andere noch schliefen, tranken wir Tee mit dem schönsten Panorama der Welt.

Weiter oben, Richtung Renjo-La-Pass, verschwindet das Grün. Ab 5.000 Metern kämpfen nicht mehr die Beine, sondern die Lungen. Ein Schritt, zwei Atemzüge. Das ist der Rhythmus des Hochgebirges. Die Lodges dort oben sind schlicht: Holzkisten, in denen es fast so kalt ist wie draußen. Aber abends, wenn der Ofen mit Yakdung beheizt wird und Menschen aus aller Welt ihre Geschichten teilen, entfalten diese Orte einen unglaublichen Charme.

Die Cholatse: Ein Gipfel ist nicht alles

Unser Ziel war die Cholatse (6.440 m) – eine gewaltige steinerne Flosse. Wir waren völlig allein am Berg. Der Aufstieg war hart: tiefer Schnee, vereiste Passagen und Mixed-Gelände. Wir fühlten uns in unserem kleinen Zelt am Grat wie in einem Adlernest.

Am Gipfeltag mussten wir uns auf fast 6.000 Metern eingestehen: Wir sind zu langsam, die Kraft reicht nicht, die Zeit rennt davon. Wir kehrten um. Und weißt du was? Es hat uns kaum gestört. Mit zunehmendem Alter brauchst du nicht mehr unbedingt das Gipfelfoto, um den Sinn der Reise zu spüren. Das Bier im Base Camp war trotzdem das beste unseres Lebens.

Was bleibt?
Nach einem Abstecher zum Everest Base Camp und dem Sonnenaufgang am Kala Pattar kehrten wir zurück. Nepal ist nicht perfekt. Es ist laut, chaotisch und manchmal schmutzig. Aber es ist echt.

Und es erinnert dich an eine wichtige Sache: Für solche Reisen musst du kein Profi sein. Du brauchst eine solide Kondition, ja. Aber viel wichtiger ist die Bereitschaft, vom Sofa aufzustehen und einfach loszugehen.

Viele warten auf das „Irgendwann“. Wenn mehr Zeit da ist. Mehr Geld. Eine bessere Form. Aber dieses „Irgendwann“ kommt oft nie. Manchmal reicht es schon, einfach das Ticket zu kaufen und den ersten Schritt zu machen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du dich traust!

Wenn wir bei der ADCO über „Hidden Champions“ sprechen, steht Direct Alpine ganz oben auf der Liste. Die Marke aus Liberec (Tschechien) ist für uns die erste Wahl, wenn es um kompromisslose technische Bekleidung geht. Während viele große Player ihre Produktion nach Asien verlagert haben, bleibt Direct Alpine seinen Wurzeln treu: Fast die gesamte Kollektion wird in Europa gefertigt. Das sorgt nicht nur für kurze Wege, sondern auch für eine Qualität.

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