• Bekleidung mit UPF

    Verlässlicher UV-Schutz bei Outdoorbekleidung mit UPF

Verlässlicher UV-Schutz bei Outdoorbekleidung mit UPF

Vorweg:

  1. Der beste Schutz ist Schatten, z. B. durch Vegetation oder einen Sonnenschirm.
  2. Bekleidung mit guter UV-Schutzfunktion.
  3. Für Gesicht und Lippen sowie als Ergänzung: Sonnencreme.
  4. Augenschutz bzw. Sonnenbrille nicht vergessen.

Sonnenschutz beim Wandern, Trekking, Radfahren und weiteren Outdoor-Unternehmungen

Beim aktiven Unterwegssein in der Natur – sei es auf den Höhenwegen des Schwarzwalds, bei Gletschertouren in den Alpen oder beim Paddeln in Skandinavien – ist der Körper intensiver ultraviolettierter Strahlung ausgesetzt. Da die Eigenschutzzeit der Haut insbesondere in höheren Lagen – pro 1.000 Höhenmeter nimmt die Strahlungsintensität um etwa 15 bis 30 Prozent zu – oder bei stark reflektierenden Oberflächen wie Schnee und Wasser schnell erschöpft ist, übernimmt die getragene Bekleidung die wichtigste Barrierefunktion gegen schädliche UVA- und UVB-Strahlen. Auf offenen Wegen und bei langen Etappen summiert sich die UV-Belastung rapide, sodass herkömmliche Sommerbekleidung oft keinen ausreichenden Schutz bietet. Für Transparenz sorgt hier der Ultraviolet Protection Factor (UPF).

Kappe und Brille nicht vergessen (Foto: Royal Robbins)

Beim Trailrunning (Foto: Patagonia)

Auf Trekkingtour (Foto: Black Diamond)

Material & Funktion

Der UPF gibt an, um welchen Faktor sich die sichere Verweilzeit in der Sonne durch das Textil verlängert. Die Klassifizierung unterteilt sich in verschiedene Stufen:

  • UPF 15 bis 24: Guter Schutz (blockiert ca. 93 bis 96 % der UV-Strahlung)
  • UPF 25 bis 39: Sehr guter Schutz (blockiert ca. 96 bis 97 % der UV-Strahlung)
  • UPF 40 bis 50+: Ausgezeichneter beziehungsweise höchster Schutz (blockiert mehr als 97,5 bis über 98 % der UV-Strahlung)

Erst ab einem Wert von UPF 40 darf Bekleidung nach europäischer Norm offiziell als UV-Schutzkleidung gekennzeichnet werden. Dieser Schutz wird bei hochwertiger Funktionsbekleidung primär mechanisch (inhärent) über die Materialkonstruktion realisiert. Entscheidend sind hierbei eine besonders dichte, engmaschige Webart, der Einsatz von spezifischen Synthetikfasern wie Polyester oder Nylon sowie eine matte Garnstruktur, welche die Strahlung absorbiert oder reflektiert. Chemische Zusätze sind dafür nicht erforderlich, was den Schutz langlebiger macht. Im Gegensatz dazu verliert ein herkömmliches, dünnes Baumwollshirt im nassen Zustand fast seine gesamte Schutzwirkung, während speziell konstruierte UV-Funktionstextilien auch bei Feuchtigkeit ein hohes Schutzniveau aufrechterhalten.

Zudem spielt die Abnutzung im Laufe der Zeit eine Rolle: Wird ein Stoff durch häufiges Tragen unter dem Rucksack sichtbar ausgedünnt, übermäßig gedehnt oder ausgeleiert, sinkt der tatsächliche UPF-Wert. Ein großer Vorteil gegenüber Sonnencreme bleibt jedoch die Konstanz während der Tour: Ein funktionelles Shirt deckt große Flächen dauerhaft ab und muss im Gegensatz zu kosmetischem Sonnenschutz nicht nachgecremt werden.

Design

Die verschiedenen Prüfnormen zur Ermittlung des UPF weisen in der Praxis deutliche Unterschiede auf:

  • Europäische Norm (EN 13758-1) & Amerikanischer Standard (AATCC 183): Beide Verfahren testen das Textil ausschließlich im fabrikneuen Zustand unter dem Sonnenspektrum von New Mexico. Verschleiß durch Nutzung wird nicht berücksichtigt.
  • Australisch-Neuseeländischer Standard (AS/NZS 4399): Verwendet als Grundlage das intensivere Sonnenspektrum des australischen Sommers, prüft jedoch ebenfalls nur unbenutzte Neuware.
  • UV Standard 801: Dieses anspruchsvolle Prüfverfahren legt das maximale Sonnenspektrum des australischen Hochsommers zugrunde und simuliert zusätzlich den realen Praxisbetrieb. Das Gewebe wird im gedehnten, gewaschenen und nassen Zustand getestet. Nur dieses Siegel liefert einen absolut verlässlichen Wert für den dauerhaften Einsatz im Gelände.

Das Design moderner Sonnenschutzbekleidung verbindet diesen mechanischen Schutz mit hohem Tragekomfort. Leichte, luftige Schnitte verhindern einen Hitzestau und sorgen für eine ständige Luftzirkulation. Integrierte Ventilationszonen, ein optimales Feuchtigkeitsmanagement und schnelltrocknende Eigenschaften garantieren ein angenehm kühles Körperklima, selbst bei hoher körperlicher Anstrengung in praller Sonne. Um exponierte Hautstellen lückenlos abzuschirmen, verfügen spezialisierte UV-Shirts und Longsleeves oft über verlängerte Ärmel, Daumenschlaufen, hochstellbare Kragen oder helmtaugliche Kapuzen. Ergänzt wird die Ausrüstung im Gelände idealerweise durch breite Hüte, Nackenschutz-Kappen sowie funktionale UV-Armlinge, die sich flexibel an- und ausziehen lassen.